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Weisse Lilien

Als kleine Nachbetrachtung zum Alt-Erlaa-Besuch vor wenigen Wochen habe ich gestern den Film “Weisse Lilien” von Christian Frosch angeschaut. Ein österreichisch-deutscher Science-Fiction-Thriller, gedreht “on location”: Ich war gespannt.

Der Film spielt in einer Großsiedlung namens Neustadt, souverän dargestellt von Alt-Erlaa herself, in einer nicht weiter erklärten Überwachungsstaatszukunft.

Eine junge Frau, gespielt von Brigitte Hobmeier, arbeitet beim Hausmeisterservice (genau, bei Stuntman Mike, denkt hier der aufmerksame Leser), trennt sich von ihrem Mann, bekommt eine neue Wohnung in der 11. Etage und verstrickt sich aus nicht weiter schlüssigen Gründen in eine Art Verschwörungskomplott (oh nein, ein Pleonasmus, denkt hier der Lateiner Grieche), welches ihre an Suizid verschiedene Vormieterin, ihren Stasi-Liebhaber, den Terroristenfreund ihrer Kollegin, ihre Fitnesstrainerin und zu allem Überfluß auch noch eine Doppelgängerin (und/oder Alter Ego) beinhaltet.

Das alles inklusive Persönlichkeitstausch, Überwachungskamerabildern von Dingen, die nie geschehen sind, Toten, die noch leben, flackernden Neonröhren und ähnlichen Zutaten, die einem in der Summe irgendwie doch ziemlich David-Lynch-artig vorkommen. Das alles ist aber atmosphärisch durchaus stimmig und visuell von großer Kraft - wer also Filme mag, die optisch mehr hergeben als inhaltlich (was in diesem Falle nicht abwertend gemeint ist), dem sei dieser Film durchaus empfohlen.

Noch dazu punktet er für den Interessierten mit viel Alt-Erlaa-Lokalkolorit, wenn auch sicher nicht im Sinne der Bewohner. Vielmehr vermute ich, dass Herr Frosch ebenfalls einer Führung von Stuntman Mike beiwohnen durfte und den latenten Spitzelbeigeschmack sogleich in einem Drehbuch verarbeitet hat.

Also Film ab für Freunde der gepflegten Dystopie.


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