Als ich heute mit Fräulein G. auf dem Spielplatz war, entdeckte ich das “Next Big Thing” der subversiven Aussenraumgestaltung. Guerilla Gardening war gestern, heute macht man in Guerilla Playgrounding: Ein Paar echte Visionäre hatten eine der Parkbänke so in eine Spielplatzdoppelschaukel eingehakt, dass eine Art öffentliche Hollywoodschaukel dabei herauskam. Schwer beeindruckt wollte ich gerade meine Begleiterin aus der Sandkiste zerren, um mit ihr gemeinsam eine Runde zu schaukeln, als genau in diesem Augenblick ein Mitarbeiter des Gartenamts angeradelt kam, sein Fahrrad ins Gebüsch schleuderte und nichts besseres zu tun hatte als diese geniale Konstruktion zurückzubauen. Der Arsch. Daher gibts auch kein Bild.
Das einzige, was mir in diesem Augenblick Genugtuung gab, war der tätowierte alte Mann, der den unbeobachteten Moment ausnutzte und sich mit zwei mitgebrachten Sackerln grosszügig an dem Haufen mit frischem Rindenmulch bediente, den die Kollegen des übereifrigen Magistratsbeamten zur Parkverschönerung angeliefert hatten. Gut gemacht.